Todesursache: Mord



Leo Schwartz…  und der Totenschein

Doris ist tot. Auf dem Totenschein wurde eine natürliche Todesursache bestätigt. Der Kripobeamte Hans Hiebler, der mit Doris liiert war, will das nicht glauben. Er und Leo Schwartz gehen der Sache auf den Grund. Schnell finden sie heraus, dass sehr viel mehr dahintersteckt…

 

208 Seiten    Taschenbuch  € 9,90     Ebook  € 2,99

 
 

 

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im Buchhandel ISBN 9783743149694
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1.

Leo Schwartz machte sich Sorgen um seinen Kollegen Hans Hiebler. Der 52-jährige, 1,80 m große und sportliche Mann, der sonst keine Gelegenheit ausließ, mit Frauen zu flirten, war seit gestern wortkarg und in sich gekehrt. Selbst vorhin in der Kantine, als Leo ihn auf eine neue Kollegin aufmerksam machte, zeigte der keinerlei Interesse. Er aß schweigend, wobei Leo den Eindruck hatte, dass es ihn nicht zu interessieren schien, was er aß, denn das Essen schmeckte furchtbar. Hans entschuldigte sich und brabbelte etwas von frischer Luft und einem Spaziergang. Hans und Spaziergänge?

Leo war gebürtiger Schwabe und lebte nun schon seit drei Monaten in Mühldorf am Inn. Er hatte immer in größeren Städten gelebt und für seine Begriffe befand er sich im tiefsten Bayern, wohin er von Ulm strafversetzt wurde. In seiner Personalakte wurde das natürlich anders formuliert, kam aber aufs Gleiche raus. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte er sich gut eingelebt und in dieser Zeit auch mit Hans angefreundet. Die beiden verbrachten die Freizeit oft gemeinsam.

Leo gefiel es überhaupt nicht, wie Hans sich verhielt. Er war sicher, dass ihn etwas schwer belastet. Aber was? Mehrmals hatte er ihn darauf angesprochen, bekam aber keine vernünftige Antwort. Leo hatte genug und wollte der Sache nun endlich auf den Grund gehen. Er passte Hans auf dem Parkplatz vor dem Polizeigebäude ab.

„Was ist los mit dir? Und erzähl mir jetzt keinen Blödsinn, denn dass dich etwas beschäftigt, das sieht ein Blinder.“

Hans zögerte. Sollte er Leo die Wahrheit sagen?

„Ich werde dich so lange nerven, bis du mir endlich die Wahrheit sagst. Also, raus mit der Sprache!“

„Gut, wie du willst. Aber du wirst mich für verrückt oder sogar paranoid halten.“

„Erzähl jetzt endlich und schwafle nicht lange rum. Was ist los?“

„Ich habe eine tolle Frau kennengelernt, ihr Name ist Doris. Wir kannten uns sechs Wochen.“

Leo wurde sofort hellhörig. Hans verwendete die Vergangenheitsform und Leo ahnte nichts Gutes.

„Anfangs war meine Doris sehr schüchtern und zurückhaltend, aber wenn man sie aus der Reserve lockte, sehr witzig und amüsant; und dazu unglaublich hübsch, ohne dass sie es selbst wusste. Diesmal war es wirklich etwas anderes, ich habe mich richtig verliebt.“

„Das hört sich doch alles sehr gut an. Wo ist der Haken?“ Leo wurde schlecht.

Hans zögerte einen Moment und Leo sah, dass er Tränen in den Augen hatte. „Gestern wurde Doris tot aufgefunden.“

Leo musste schwer schlucken, damit hatte er nicht gerechnet. Vor allem der Gemütszustand von Hans und wie er von dieser Frau sprach, setzte ihm ganz schön zu.

„Das tut mir echt leid,“ sagte Leo. Etwas Besseres fiel ihm dazu nicht ein. Was hätte er auch sonst auf diese Nachricht sagen sollen?

„Natürlich bin ich sehr traurig über ihren Tod und weiß noch nicht, wie ich das verarbeiten soll. Es tut so weh, dass es mich beinahe zerreißt. Ich weiß nicht, wohin mit meinem Schmerz. Aber das ist es nicht allein, was mich belastet.“

Leo war erschrocken. Was kommt denn noch? Reichte der Tod der Freundin nicht?

„Die Altöttinger Kollegen, die den Fall bearbeiten, haben in Doris‘ Handy meine Nummer gefunden. Den ermittelnden Beamten kenne ich schon sehr lange und er hat mich über ihren Tod informiert. Die Todesursache war dem Arzt zufolge Herzversagen. Und das ist es, was mich nicht zur Ruhe kommen lässt, denn Doris war meiner Meinung nach vollkommen gesund. Sie hat mir gegenüber niemals eine Erkrankung erwähnt, obwohl wir uns stundenlang unterhalten haben und ich sie weiß Gott in- und wendig kannte. Ich bin auf ihrem Hof ein- und ausgegangen und habe dort sehr viel Zeit verbracht. Kein einziges Mal habe ich mitbekommen, dass Doris Medikamente eingenommen hat oder irgendwo welche herumgelegen wären. Ihr ist es auch niemals schlecht gegangen. In meinen Augen war sie ein Mädel vom Land, durch und durch kerngesund, ein richtiges Naturkind. Sie konnte zupacken, war bei schweren Arbeiten absolut nicht zimperlich. Sie war keine dieser Zicken, die sich für alles zu schade sind und sich dumm stellen. Sie war doch gerade mal 40 Jahre alt. Halt mich für verrückt, aber ich glaube nicht an diese Todesursache. Ich bin davon überzeugt, dass sie ermordet wurde.“

Hans sah Leo mit einem verzweifelten, flehenden Blick an; und Leo glaubte ihm seltsamerweise sofort.

„Hast du einen konkreten Verdacht? Eine Vermutung über ein mögliches Motiv?“

„Nein, habe ich nicht. Obwohl ich an nichts anderes mehr denken kann und mir den Kopf zermartere. Natürlich habe ich dem Altöttinger Kollegen sofort gesagt, dass ich nicht an eine natürliche Todesursache glaube, aber das hat ihn nicht interessiert. Der Totenschein zählt. Vermutungen interessieren die Polizei nicht, das brauche ich dir nicht zu sagen. Es gibt keine Ermittlungen in diesem Fall, das Ganze ist bereits abgehakt. Mir sind die Hände gebunden, ich kann nichts tun.“

„Was ist mit Viktoria? Hast du mit ihr schon gesprochen?“

Leo konnte sich die Antwort bereits denken. Seine Vorgesetzte Viktoria Untermaier war eine 47-jährige, 1,65 m große, etwas mollige und sehr attraktive Person, die sich streng an die Vorschriften hielt. Vor allem nach dem Fall auf dem Sinder-Hof bei Tüßling, bei dem sie ihrem Exmann die Nase brach und gerade noch so mit einem blauen Auge davonkam.

„Wo denkst du hin? Viktoria hält mich doch bestimmt für total bescheuert und darüber hinaus für befangen. Die Unterhaltung mit ihr kann ich mir lebhaft vorstellen. Du weißt doch selbst ganz genau, dass sie seit dem letzten Fall nur noch exakt nach Vorschrift handelt und nicht die kleinste Kleinigkeit durchgehen lässt. Bei Doris wurde eindeutig Herzversagen diagnostiziert und der Fall wurde zu den Akten gelegt. Außer meinen Zweifeln gibt es nichts, was eine Mordermittlung rechtfertigen würde. Viktoria legt sich niemals mit den Altöttinger Kollegen ohne hinreichende Verdachtsmomente an. In drei Tagen ist die Beerdigung. Ich bin davon überzeugt, dass Doris ermordet wurde, aber mir sind die Hände gebunden. Was soll ich nur machen?“

Hans brach nun völlig in sich zusammen, hielt sich die Hände vors Gesicht, drehte sich zur Seite und weinte. Leo war klar, dass umgehend gehandelt werden musste und entschied, Hans zu helfen.

„Wenn du Zweifel an der Todesursache hast und davon überzeugt bist, dass deine Doris getötet wurde, dann jammere hier nicht rum und verschwende wertvolle Zeit. Geh der Sache auf den Grund, du bist schließlich Polizist. Und selbstverständlich helfe ich dir.“

„Wirklich? Du glaubst mir und willst mir helfen?“

Hans war gerührt und erleichtert. Er hatte bereits schon darüber nachgedacht, auf eigene Faust zu ermitteln, aber alleine würde er das niemals schaffen. Vor allem zweifelte er ab und an schon selbst an seinem Geisteszustand und malte sich die schrecklichsten Szenarien und Möglichkeiten aus. Er konnte an nichts mehr denken und war kurz vorm Durchdrehen. Seine Doris wurde getötet und davon war er überzeugt. Jetzt, da er Leo an seiner Seite wusste und er sich mit dem Problem nicht mehr allein auseinandersetzen musste, ging es ihm etwas besser. Seit der Todesnachricht fühlte er sich, als würde ein schwerer Steinbrocken auf seine Brust drücken und er drohte, daran zu ersticken. Anfangs mochte er Leo eigentlich nicht besonders. Er war strafversetzt worden, den Grund kannte er immer noch nicht. Leo kam aus Ulm, wo er scheinbar eine ziemlich große Nummer war. Er ging ihm mit seinem schwäbischen Dialekt auf die Nerven, inzwischen fand er ihn lustig und hatte sich daran gewöhnt. Beruflich hatte sich Leo sehr schnell ins Team eingegliedert, war überhaupt nicht überheblich und hatte sich als sehr guter Polizist, Kollege und Freund entpuppt. Anfangs hatte Hans sich neben dem Dialekt fast für Leos Aussehen etwas geschämt, denn dieser trug immer Jeans, eine alte braune Lederjacke, immer das gleiche Paar braune Cowboystiefel, dazu entweder ein einfarbiges Hemd oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck einer Rockband, von welchen er bislang nicht eine einzige kannte. Bei den Kollegen war ein regelrechter Wettbewerb entbrannt: Wer die nächste Rockband erkannte, hatte gewonnen. Zu dem ganzen Outfit war Leo ziemlich groß, nämlich 1,90 m, und dazu noch sehr dünn. Und über allem thronten die rappelkurzen, grauen Haare. Hinter vorgehaltener Hand machten sich anfangs einige Kollegen über Leo lustig, aber das hatte sich schnell gelegt. Einige schwäbische Ausdrücke und Bezeichnungen hatten sich sogar bereits in den täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen und waren für alle normal geworden.

 

Nach der Aussage von Leo war Hans euphorisch.

„Du willst mir wirklich helfen? Dir ist klar, dass das illegal ist und wir uns auf sehr dünnem Eis bewegen? Wenn das rauskommt, dann ist nicht nur Viktoria stinksauer, sondern auch unser Chef. Aktionen hinter deren Rücken können beide überhaupt nicht leiden. Wenn du mir wirklich helfen willst, musst du dir das gut überlegen. Du hast schon einen Makel in deinem Lebenslauf, einen zweiten kannst du dir nicht leisten.“

„Das weiß ich. Du bist nicht nur mein Freund, sondern auch ein sehr guter Polizist. Wenn du wirklich der Meinung bist, dass da etwas nicht stimmt, dann glaube ich dir. Einen Mord unaufgeklärt unter den Teppich zu kehren ist so gar nicht mein Fall, das würde mir überhaupt nicht gefallen. – Pass auf Hans! Sieh dich nicht um! Frau Gutbrod beobachtet uns schon geraume Zeit, sie steht oben am Fenster. Außerdem ist die Mittagspause längst vorbei. Komm heute nach Dienstschluss zu mir, dort können wir reden. Und bei der Gelegenheit kannst du Tante Gerda mal wieder besuchen, sie hat dich schon vermisst, ständig erkundigt sie sich nach dir.“

„Alles klar, bis heute Abend. Und zu niemandem ein Wort.“

„Natürlich nicht.“

Leo wohnte in der ausgebauten Wohnung auf dem Hof von Tante Gerda, Hans‘ alter Tante. Der Hof befindet sich in idyllischer Lage vor Altötting. Hier in der Abgeschiedenheit konnten Leo und Hans in Ruhe sprechen, ohne belauscht oder gestört zu werden.

Hans ging es sehr viel besser. Erstens hatte er Leo an seiner Seite und war nun nicht mehr allein. Und zweitens bekam er die Chance, herauszufinden, wer seine Doris auf dem Gewissen hatte.

 

Mit Argusaugen hatte Hilde Gutbrod Leo und Hans beobachtet. Sie hatte die beiden immer im Auge und wartete darauf, dass sie sie beim Chef hinhängen konnte. Sie war beleidigt. Schwartz und Hiebler hatten ihre Nichte Karin verschmäht, für die sie dringend einen Mann suchte. Keine ihrer Einladungen wurde von den beiden angenommen und Frau Gutbrod war zwischenzeitlich davon überzeugt, dass sie im letzten Moment immer eine Ausrede parat hatten, um der Einladung nicht nachzukommen. Sie sah auf ihre Uhr: Gerade mal 8 Minuten über der Zeit. Das war zu wenig, um sie beim Chef anzuschwärzen, aber sie würde die beiden weiter beobachten. Die 60 Jahre alte, sehr schlanke und viel zu modern gekleidete Frau mit der jugendlichen Kurzhaar-Frisur, in der seit zwei Tagen lilafarbene Strähnen leuchteten, ging wieder an ihren Schreibtisch im Vorzimmer von Rudolf Krohmer, dem Chef der Polizeiinspektion Mühldorf. Auch die Arbeit lenkte sie nicht von ihrer Vermutung ab, dass mit den beiden Kollegen etwas nicht stimmte. Sie hatte Schwartz und Hiebler genau beobachtet. Sie war sich sicher, dass die beiden etwas im Schilde führten, denn die ganze Körpersprache und die Art, wie sie miteinander sprachen, waren überdeutlich. Sie musste unbedingt herausbekommen, was hier los war.

 

Der Nachmittag erschien für Hans endlos lange. Er konnte es kaum erwarten, ausführlich mit jemandem über seine Doris zu sprechen. Aber noch mehr brannte er darauf, mit Leo einen Plan zu entwickeln und endlich damit anzufangen, herauszubekommen, wer seine Doris ermordet hatte.

 

Tante Gerda kam freudestrahlend auf ihren Neffen Hans zugelaufen, als er gegen 19.00 Uhr in den Hof fuhr. Innig umarmte und herzte sie ihn und das tat ihm sehr gut. Sie machte ihm Vorwürfe, warum er sich so lange nicht hatte blicken lassen, obwohl Hans erst vor zwei Wochen hier war, was für seine Tante aber viel zu lange war. Sie sah ihren Neffen an. Und was sie sah, gefiel ihr nicht.

„Du siehst nicht sehr gut aus, mein Junge. Was bedrückt dich?“

Sie sah ihm in die Augen und wusste sofort Bescheid, denn ihr konnte man nichts vormachen, in Herzensangelegenheiten kannte sie sich aus.

„Alles in Ordnung, mach dir keine Sorgen.“

Hans streichelte den Hund Felix, der ihn ständig ansprang und endlich auch beachtet werden wollte. Felix war der neue Begleiter von Tante Gerda. Den Hund hatte Leo in erbärmlichem Zustand bei einem der letzten Fälle befreit und der lebte seitdem ein glückliches Leben. Felix wurde von Tante Gerda nicht nur verwöhnt, sondern hatte auch völlige Narrenfreiheit; er konnte tun und lassen, was er wollte. Inzwischen schlief er sogar bei Tante Gerda im Bett und lag auf der teuren, neuen Couch, die sich seine Tante kürzlich geleistet hatte.

„Ich bin mit Leo verabredet,“ sagte Hans knapp und Tante Gerda verstand sofort, dass die beiden allein sein wollten und etwas zu besprechen hatten. Sie kannte nicht nur ihren Neffen Hans sehr gut, sondern hatte in den letzten Monaten auch ihren Mieter Leo sehr gut kennengelernt, den sie ebenfalls in ihr Herz geschlossen hatte. Man brauchte ihr nichts sagen, sie sah es in den Augen der beiden: Hans hatte ein Problem und Leo wollte ihm dabei helfen. Um was es dabei ging, würde sie noch früh genug erfahren. Tante Gerda war eine sehr weise Frau, die jede Menge Erfahrungen gesammelt hatte. Hinter ihr lag ein sehr bewegtes Leben, von dem kaum jemand etwas wusste, nicht einmal Hans und dessen Familie; und dabei sollte es auch bleiben. Sie war weit gereist und hatte viel erlebt. Aber jetzt, im hohen Alter, hatte sie sich vor sechs Jahren diesen kleinen Hof gekauft und sich zur Ruhe gesetzt.

 

„Setz dich Hans. Erzähl nochmals ausführlich und in Ruhe von deiner Doris. Ich werde dir zuhören und erst später Fragen stellen.“

Leo hatte eine Flasche Wein geöffnet und lehnte sich mit seinem Glas in den bequemen Sessel zurück. Die kleine Wohnung im ersten Stock, die über eine Außentreppe zu erreichen war, war sehr geschmackvoll und gemütlich eingerichtet. Hier sah es fast so aus, wie in seiner alten Wohnung in Ulm, die er nur ungern aufgegeben hatte. Er war hier nicht mehr fremd, wozu vor allem Tante Gerda und beitrug. Die Umgebung um den Hof erinnerte Leo an seine geliebte Schwäbische Alb, die er unzählige Male mit dem Rucksack durchlaufen hatte und die er neben seinen Ulmer Freunden und Kollegen sehr vermisste. Erst vor zwei Wochen war er in Ulm gewesen und hatte ein Wochenende dort verbracht. Dabei hatte er sich eingestehen müssen, dass er sich abgenabelt hatte und nicht mehr nach Ulm gehörte.

Hans war nervös und wusste zunächst nicht, wo er anfangen sollte. Leo drängte nicht, sondern wartete geduldig.

„Ich habe Doris vor knapp sechs Wochen in einem Supermarkt in Mühldorf kennengelernt. Sie war zu klein, um an den Kaffee oben im Regal zu gelangen und ich habe ihr meine Hilfe angeboten. Später an der Kasse haben wir uns wiedergesehen. Du kennst mich, das war natürlich kein Zufall. Ich habe sie auf eine Tasse Kaffee eingeladen, was sie zunächst abgelehnt hatte, sie schien Angst vor mir zu haben. Verständlich, es laufen schließlich genug kaputte Typen rum. Ich gab nicht auf, diese Frau konnte ich mir nicht entgehen lassen. An einem Stand vorm Supermarkt habe ich Kaffee in Pappbechern gekauft und wir haben bei den Einkaufswägen den Kaffee getrunken und uns dabei blendend unterhalten. Daraufhin haben wir uns zum Abendessen verabredet. Was soll ich dir erzählen, du weißt doch selbst, wie so was läuft. Seit der Zeit waren wir unzertrennlich. Doris war wirklich etwas ganz Besonderes: intelligent, witzig, ein bisschen melancholisch und schüchtern, aber sehr zuverlässig und einfach sehr, sehr warmherzig. Keine von den oberflächlichen Tussen, die sich nur für banale Dinge interessieren. Wenn sie lachte, dann hatte sie so kleine Grübchen in den Wangen und kiekste ein wenig. Ihr war das peinlich, ich fand das umwerfend. Sie war wunderschön. Nichts an ihr war gekünstelt, alles war echt. Ich war mir bei ihr sicher, dass sie mich niemals anlügen oder mir etwas vormachen würde. Man konnte mit ihr über alles Mögliche sprechen, sie war in vielen Bereichen intelligenter und belesener als ich, konnte überhaupt nicht kochen und war etwas chaotisch. Was soll ich noch sagen, außer, dass ich sie sehr geliebt habe?“

Hans hielt kurz inne und musste tief durchatmen, denn vor Leo wollte er unter keinen Umständen erneut losheulen. Das heute auf dem Parkplatz der Polizei war ihm im Nachhinein sehr peinlich. Aber die Bilder in seinem Kopf wurden durch seine Beschreibungen so lebendig, als würde Doris direkt vor ihm stehen und ihn anlächeln Es tat so weh, dass sie nicht mehr da war, nicht mehr mit ihm lachte und er sie nicht mehr anfassen konnte.

Leo hatte Hans noch nie so reden hören, er muss Doris sehr geliebt haben. Hans hatte sich in den letzten Wochen rar gemacht und hatte immer blendende Laune. Leo hatte sich nichts dabei gedacht, schließlich war Hans einer der Typen, die mit einem sonnigen Gemüt gesegnet waren.

„Was war Doris von Beruf? Was weißt du über die Familienverhältnisse?“ Leo brauchte alle Informationen, die er kriegen konnte.

„Von Beruf war sie Krankenschwester und arbeitete im Krankenhaus Altötting. Der Schichtdienst war problematisch, aber wir haben das irgendwie hinbekommen und jede freie Minute genossen. Doris war nie verheiratet und hatte auch keine Kinder, obwohl sie sich immer welche gewünscht hatte. Ihre Eltern waren tot, starben kurz hintereinander. Sie hat den Hof geerbt, der seit Generationen in Familienbesitz ist. Ich weiß, dass sie einen Bruder hat, den erwähnte sie einmal beiläufig; seinen Namen habe ich vergessen. Die beiden hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr. Warum, kann ich dir nicht sagen. Mehr weiß ich über die Familienverhältnisse nicht. Genaueres erfahren wir eventuell aus der Polizeiakte.“

Hans zog aus seiner Jackentasche ein Bündel Papiere hervor.

„Woher hast du die?“ Leo war sofort aufgesprungen. „Sag mir jetzt bitte nicht, dass du die Unterlagen geklaut hast?“

„Wie es der Zufall will, musste ich heute zu den Altöttinger Kollegen. Ich wusste ja, wer den Fall bearbeitet hatte. Bei einer günstigen Gelegenheit konnte ich die Unterlagen, na sagen wir mal, kurz ausleihen. Aber keine Angst, das sind nur Kopien, die Originale sind wieder an ihrem Platz. Bis auf die Fotos, die habe ich mitgehen lassen. Wenn ich die kopiert hätte, hätten wir darauf nur wenig erkennen können.“

„Du bist doch komplett irre! Was, wenn dich jemand gesehen hätte?“

„Keine Sorge, das hat niemand mitbekommen. Sich jetzt noch darüber aufzuregen, ist Zeitverschwendung. Ich habe die Informationen, die wir brauchen, und damit basta. Ich habe die Unterlagen selbst noch nicht gelesen, ich bin von der Altöttinger Polizei direkt hierhergefahren.“

Leo war entsetzt, welche Risiken Hans auf sich nahm. Schon alleine die Tatsache, die Unterlagen zu entwenden und dann auch noch Kopien davon anzufertigen: Der blanke Wahnsinn! Allerdings bestätigte das nochmals, wie sehr Hans davon überzeugt war, dass seine Doris umgebracht wurde.

Beide lasen den Inhalt der Unterlagen, die sehr nichtssagend waren. Die wenigen Fotos, die von der Toten gemacht wurden, versetzten Hans einen Stich im Herzen und er musste sich zusammenreißen. Seine Freundin tot zu sehen, war für ihn kaum zu ertragen. Leo halfen die Fotos sehr, um sich ein Bild von der Toten und von dem Tatort zu machen: Doris Stöger lag auf dem Küchenboden. Sie trug einen Bademantel und ein Nachthemd, offensichtlich war sie gerade aufgestanden. Aus dem Bericht des Arztes Dr. Brunnmeister, der seine Praxis in Burgkirchen hatte, war zu lesen, dass der Tod gegen 7.00 Uhr früh eingetreten war.

„Wurde denn nicht überprüft, ob bei Doris eine Herzerkrankung vorlag? In den Unterlagen ist darüber nichts vermerkt. Und was weißt du über diesen Arzt?“

„Eine eventuelle Herzerkrankung wurde nicht überprüft, den Altöttinger Kollegen reichte die Erklärung des Amtsarztes auf dem Totenschein. Dieser Dr. Brunnmeister, der mir bis dato völlig unbekannt war, ist 65 Jahre alt und Allgemeinmediziner. Er hat seine Praxis in Burgkirchen. Er wurde von den Kollegen zur Feststellung des Todes gerufen, da er Bereitschaft hatte. Schau mich nicht so an, Leo, ich habe mich bereits über diesen Arzt erkundigt, aber noch nicht mit ihm gesprochen, keine Sorge. Bei ihm sollten wir unbedingt nachhaken. Ich verstehe nicht, warum er auf ein Herzversagen kommt und die Leiche nicht in die Pathologie bringen ließ. Eine solche Todesursache bei einer scheinbar gesunden 40-jährigen ist doch äußerst ungewöhnlich.“

 

Leo las die Unterlagen mehrmals und besah sich die Fotos wieder und wieder, während Hans ein Glas Rotwein nach dem anderen trank. Leo hatte schließlich eine Idee, zwar etwas absurd, aber durchaus im Bereich des Möglichen.

„Die Beerdigung findet in drei Tagen statt. Wo ist die Leiche?“

„Was weiß ich, wahrscheinlich bei einem Bestattungs-Unternehmen. Moment! Den Gesichtsausdruck kenne ich. Was hast du vor?“

„Ich kenne jemanden, der uns eventuell helfen kann. Diese Person muss ich nur noch von meinem Plan überzeugen. Drück mir die Daumen.“

Hans verstand kein Wort und beobachtete verwirrt, wie Leo sein Telefon in die Hand nahm und wählte.

„Christine? Hier ist Leo, ich brauche deine Hilfe.“

Leo schilderte den Fall ausführlich, wobei sich Hans beinahe am Wein verschluckte. Heute Mittag auf dem Parkplatz der Polizeiinspektion hatten sie vereinbart, kein Wort über die Angelegenheit zu verlieren. Warum erzählte er die ganze Geschichte? Und wer war diese Christine?

Leo bemerkte, was in Hans vorging, aber darum wollte er sich später kümmern. Jetzt musste er Christine überzeugen, ihnen zu helfen. Sie brauchten dringend die Hilfe seiner Freundin Christine Künstle aus Ulm, mit der er nicht nur viele Jahre zusammengearbeitet hatte, sondern auch sehr gut befreundet war und immer noch ist. Christine ist Pathologin, 62 Jahre alt und versteht verdammt viel von ihrem Job, den sie mit Leib und Seele ausübt.

Sie unterbrach Leo bei seinen Schilderungen nicht. Sie schätzte ihn nicht nur als Mensch, sondern als hervorragenden Polizisten und Menschenkenner. Wenn er seinem Kollegen Hans glaubte, dann musste etwas an der Sache dran sein.

„Was sagst du dazu Christine?“ endete Leo seine Schilderung.

„Ich denke, ich kann dir folgen. Es ist gut, dass du mich angerufen hast. Ich bin unterwegs.“

Sie hatte aufgelegt, für sie war alles besprochen. Sie rief ihren Vorgesetzten Michael Zeitler an, der dazu auch noch ihr Bruder war, was die Sache natürlich vereinfachte. Sie erklärte sich nicht lange, sondern nahm einfach Urlaub. Für wie lange, konnte sie noch nicht sagen, sie würde sich wieder melden. Zeitler hatte keine Chance gegen seine Schwester und genehmigte den unbefristeten Urlaub. Warum auch nicht? Christine war in den letzten Jahren keinen Tag krank gewesen und hatte schon seit Monaten keinen Urlaub mehr gehabt. Sie lebte nur für ihren Beruf. Er hatte sich bereits Sorgen um sie gemacht, schließlich war sie nicht mehr die Jüngste. Die Pathologie würde auch ein paar Wochen ohne sie auskommen.

Christine packte rasch alles was sie brauchte in ihren Kleinwagen und fuhr eine Stunde nach dem Telefongespräch mit ihrem vollgeladenen Wagen los. Auf der Fahrt durch die dunkle, kalte Nacht dachte sie darüber nach, dass Leos Hilferuf ein willkommener Grund war, ihn endlich in seiner neuen Heimat zu besuchen. Bislang kam immer etwas dazwischen, was meist berufliche Gründe hatte. Sie telefonierten zwar regelmäßig und sandten sich Fotos und Emails, aber sie vermisste ihn und freute sich sehr, ihn endlich wieder in ihre Arme schließen zu können, auch wenn sie ihn erst vor zwei Wochen gesehen hatte. Das war ein schönes Wochenende gewesen, denn Leo hatte bei ihr übernachtet und so konnten sie sehr viel Zeit miteinander verbringen. Aber sie vermisste ihn bereits schon, als er um die Ecke bog. Bis heute konnte sie die Tatsache nicht akzeptieren, dass Leo damals die Schuld wegen des verpatzten Falles auf sich nahm und deshalb gehen musste. Sie wollte ihn in ihrer Nähe wissen, jederzeit mit ihm sprechen können. Leo war eine ihrer wichtigsten Bezugspersonen in Ulm gewesen; und dann war er plötzlich weg. Dieser Zustand gefiel ihr überhaupt nicht und sie konnte sich bis heute nicht daran gewöhnen, dass Leo nicht mehr in Ulm war.

Jetzt war es nicht mehr weit, bis sie ihn wiedersah. Mit jedem Kilometer kam sie ihm näher. Leo war ihr allerbester Freund. Ein Freund, von denen es in der Welt nicht viele gibt. Ihm konnte sie blind vertrauten, ihm alles anvertrauen, er hatte sie noch niemals enttäuscht. Sie war sich absolut sicher, dass Leo sie niemals im Stich lassen würde, das galt natürlich auch umgekehrt. Zwischen ihnen war eine Verbindung und eine Freundschaft, wie Christine es in ihrem ganzen Leben vorher noch niemals erlebt hatte. Sie wischte sich eine Träne von der Wange und wechselte den Sender, denn diese Schmusesongs machten sie nur noch melancholischer. Countrymusik! Die brachte sie auf andere Gedanken!

Sie fuhr über die A8, die zum Glück um die Uhrzeit leer war. Das Autofahren langweilte sie schrecklich, die Musik lenkte sie ab. Um München musste sie sich konzentrieren, um die richtige Ausfahrt nicht zu verpassen. Leo hatte ihr im letzten Jahr zu Weihnachten ein Navigationsgerät geschenkt, aber trotz mehrfacher Einweisung konnte sie bis heute nicht damit umgehen. Es war zwar eingeschaltet, aber den Ton hatte sie abgedreht, da er sie nervte.

Nach knapp drei Stunden fuhr sie mit ihrem kleinen, grünen Wagen in den Hof und stieg aus. Sie war endlich an ihrem Ziel angekommen. Es war kurz vor 23.00 Uhr, trotzdem hupte sie, da sie nicht wusste, wo Leo hier wohnte. Sofort öffnete sich die Haustür und eine ältere Frau trat mit einem pinkfarbenen Jogginganzug heraus, gefolgt von einem zottligen Mischlingshund, der die Fremde freudig begrüßte und ständig an ihr hochsprang.

„Mein Name ist Christine Künstle, ich suche Leo.“ Sie kraulte den Hund liebevoll, sie wusste von seinem Schicksal und wie er hierher kam.

„Das freut mich, ich bin die Gerda. Natürlich weiß ich, wer Sie sind. Leo hat mir schon viel von Ihnen erzählt.“ Tante Gerda war irritiert. Warum hatte ihr niemand mitgeteilt, dass Christine Künstle zu Besuch kam? Und das mitten in der Nacht? Was war hier los?

Leo hatte das Hupen natürlich auch gehört und konnte es kaum glauben, als seine Freundin Christine leibhaftig vor ihm stand. Auch er hatte sie schmerzlich vermisst. Leo und Christine waren beide Menschen, die nur sehr schwer Vertrauen und absolute Offenheit zuließen. Er nahm die kleine, stämmige Frau ganz fest in seine Arme, hob sie hoch und wirbelte sie übermütig durch die Luft. Christine schrie und jauchzte.

„Jetzt ist es aber mal gut Leo, du benimmst dich wie ein kleines Kind,“ sagte sie gerührt über die ungestüme Freude und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. „Kümmere dich bitte um mein Gepäck. Wo ist die Toilette? Ich muss dringend pinkeln.“

Leo zeigte ihr den Weg in seine Wohnung und lud mit Hans‘ Hilfe den Wagen aus, in dem jeder noch so kleine Winkel ausgenutzt worden war. Unglaublich, was in diesen kleinen Wagen so alles reinpasste! Nachdem alles verstaut war und Christine sich frisch gemacht hatte, setzte sie sich zu den beiden und nahm das Glas Weißwein, das Leo ihr eingeschenkt hatte. Christine trank keinen Rotwein, sie hasste ihn sogar regelrecht.

„Ich bin Christine. Du bist dieser Hans, von dem Leo erzählt hat? Deine Freundin ist gestorben und du glaubst nicht an Herzversagen?“ Christine wählte die Du-Form. Hans war Leos Freund und somit auch der ihre.

„Das ist richtig. Hier ist die Polizeiakte.“

Christine schlug die Akte auf und sah Hans vorwurfsvoll an.

„Kopien? Ich frage lieber nicht, woher die Unterlagen stammen.“

„Besser nicht.“

Christine las die wenigen Unterlagen und besah sich die Fotos sehr genau. Dabei runzelte sie mehr und mehr die Stirn, was Leo sehr gefiel. Christine schien etwas entdeckt zu haben. „Gut. Wo ist die Leiche?“ fragte sie schließlich.

„Das kann ich erst morgen herausfinden.“

„Steht eine Verbrennung an oder ist eine Erdbestattung geplant?“

„Keine Ahnung.“

„Gehen wir vom ungünstigsten Fall einer Verbrennung aus. Die Frau ist gestern verstorben und der heutige Tag ist bereits gelaufen. Wir haben also nur zwei Tage Zeit, um uns die Leiche vorzunehmen. Verdammt knapp.“

Hans war irritiert, denn noch hatte er nicht verstanden, warum Christine hier war und was sie und Leo vorhatten. Langsam verstand er und ihm wurde schlecht.

„Ihr wollt doch nicht…Sagt mir nicht, dass ihr die Leiche…“

„Junger Freund,“ sagte Christine an Hans gewandt, der nur wenige Jahre jünger war als sie. „Du zweifelst an einem natürlichen Tod. Es liegt auf der Hand, dass ich mir die Leiche ansehen muss, um die Todesursache herauszufinden. Was dachtest du denn?“

„Eine Obduktion? Wo? Wie?“

„Das Wie ist kein Problem, ich bin voll ausgerüstet und habe alles mitgebracht. Und das Wo werden wir schon noch klären. Irgendwo werden wir schon ein geeignetes Plätzchen finden.“

„Aber das ist doch illegal! Wenn das einer rausfindet, können wir alle unsere Jobs vergessen!“

„Das ist mir klar. Dir nicht?“

Hans war sprachlos und sah Leo an. Auch ihm war das Risiko also bewusst, das die beiden für ihn und für die Aufklärung der Todesursache seiner Doris eingingen.

„Nein, das kann ich nicht erlauben,“ sagte Hans bestimmt. „Ihr könnte eure Jobs nicht wegen mir aufs Spiel setzen. Das ist meine Angelegenheit und ich werde ab sofort alleine ermitteln.“

Statt einer Antwort lachten Leo und Christine.

„Dazu ist es jetzt zu spät, junger Freund. Wir sitzen in einem Boot. Wir ziehen die Sache entweder gemeinsam durch, oder lassen sie fallen. Entscheide dich!“ Christine trank einen Schluck Wein und sah Hans an. Sie konnte sehen, wie er innerlich mit sich kämpfte.

„Ich danke euch,“ sagte er nur.

„Gut, dann wäre das geklärt. Ich für meinen Teil bin hundemüde und möchte so schnell wie möglich ins Bett. Morgen liegt viel Arbeit vor uns, dazu sollten wir alle ausgeschlafen und fit sein. Wo ist mein Bett? Wo kann ich schlafen?“

„Mein Schlafzimmer steht dir zur Verfügung, ich schlafe auf der Couch. Aber erst muss ich noch das Bettzeug frisch beziehen.“

„Spar dir die Arbeit. Die lange Fahrt ist für eine Frau in meinem Alter ganz schön anstrengend, zumal ich in der Dunkelheit nicht sehr gut sehe. Ich leg mich sofort hin. Gute Nacht.“

Leo hatte ihr gesamtes Gepäck bereits im Schlafzimmer abgestellt. Ohne ein weiteres Wort war Christine verschwunden.

„Es ist unfassbar, was ihr für mich aufs Spiel setzt.“

„Dazu sind Freunde da. Hör auf darüber nachzugrübeln. Wir wissen um die Risiken. Wir sind alt genug und haben uns entschieden, dir trotzdem zu helfen. Ich denke, Christine hat Recht, für heute ist es genug.“

„Stimmt. Und wenn ich mir die beiden leeren Rotwein-Flaschen so ansehe, ist es auch ratsam, dass ich nicht mehr mit dem Auto fahre und bei Tante Gerda übernachte. Zum Glück hat die Gute immer ein Bett für mich frei.“ Inständig hoffte er darauf, endlich etwas Schlaf zu finden. Seit er vom Tod seiner Doris erfahren hatte, konnte er kein Auge zutun.

 

Christine schnarchte bereits selig, als es sich Leo auf seiner Couch gemütlich machte. Trotz der Umstände bezüglich des Todes von Hans‘ Freundin war er überglücklich, dass er seine Freundin endlich wieder an seiner Seite hatte und schlief selig ein.